Kreistanz und Ritual

In der Geschichte der Menschheit sind Kreistanz und Ritual nie voneinander getrennt gewesen. Die großen rituellen Momente des Menschenlebens von der Geburt bis zum Tod sowie die Wandlungsphasen vom Werden und Vergehen in der Natur wurden stets von Tänzen begleitet. Nicht nur Priesterinnen oder Priester hatten Anteil an diesen Ereignissen.

Die gesamte Gemeinschaft beteiligte sich, indem sie in Reigen- oder Kreisform tanzend die schöpferischen Prozesse mitzeichnete.
Viele dieser Kreistänze sind bis heute lebendig geblieben, neue sind hinzugekommen. Alle schaffen sie eine Verbindung der Tanzenden zum zyklischen Geschehen des Lebens, zu der Realität von Wandel und Veränderung, wie wir sie im Laufe eines Tages, im Kreis der Jahreszeiten und im eigenen Leben ständig erfahren. Das Leben bewegt sich in Energiemustern von Gestaltung und Auflösung und Neu-Gestaltung … tanzend zwischen den Polen von Yin und Yang.

kreistanz_spiraleDer Jahreskreis bietet faszinierenden Erfahrungsraum für die Kontaktaufnahme mit den lebenschaffenden Kräften um uns herum: mit Erde, Sonne und Mond, mit den Elementen, mit den Wesenheiten von Pflanzen und Tieren, mit den Mitmenschen und den Ahnen. Im Feiern des Jahreskreises liegt das Potential einer Wiedervernetzung ins Leben. Es entwickelt sich ein spirituelles Bewusstsein für die Verbundenheit des Menschseins mit dem Göttlichen. Und alles was im Außen betrachtet werden kann, zeigt sich als Spiegelbild von Prozessen im Innern und umgekehrt.
Das Aufleben von „Frühlingsgefühlen“ im Frühjahr oder das Bedürfnis nach Ruhe in der Winterzeit sind nur zwei kleine Beispiele für diese Verbindung zwischen Mensch und der ihn umgebenden natürlichen Bedingungen.
Wie viel spirituelles Material darin enthalten ist, wird in der rituellen Handlung der Jahreskreisfeste spürbar. Rituale sind ein Weg, die Energie einer besonderen Zeit im Jahreskreis wahrzunehmen und sie mit eigenen Themen, Wünschen und Fragestellungen zu verbinden. Als Teil des Schöpfungsgefüges haben meine Handlungen Einfluss auf das was geschieht. So wirke ich mit am Netz des Seins und kann Bedingungen schaffen, dass Selbsterkenntnis und Heilungsprozesse auf einer tieferen Ebene in Gang gesetzt werden. Rituale werden ebenso geschaffen, um Übergänge und Wechsel deutlich zu machen und zu erleichtern. Hier kann ich ganz bewusst das Alte loslassen und mich für das Neue öffnen. Ich trete aus der Rolle des Opfers ungünstiger Umstände heraus und übernehme Verantwortung für meine Lebensgestaltung.
Ritualarbeit bedeutet nicht, feste und immer gleichbleibende Handlungen zu praktizieren. Hier ist lebendiges, kreatives Tun gemeint, voller Präsenz und Verantwortung, um mit allen Themen des Lebens in Kontakt zu kommen und in Bewegung zu bleiben.

Aktuelles:

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    Kreistanz und Erholung

    Lüneburger Heide 

    17. - 19.02.2012